Spielplan

EXISTENZIELL

Mozarts «Requiem» und weitere Werke von Mozart und W. F. Bach

 
Mozarts letztes Werk ist das berühmteste Fragment der Musikgeschichte. Nach dem «Lacrimosa» musste er aller Wahrscheinlichkeit nach die Arbeit am Requiem krankheitsbedingt abbrechen. Und sogleich begann der Mythos – unzählige Vervollständigungen folgten. Ein existenzielles Hörerlebnis ist dieses Stück, das zu Mozarts eigener Totenmesse wurde, seit der Nacht von Mozarts Tod 1791 geblieben. Die Musiciens du Louvre verleihen diesem Monumentalwerk mit ihren historischen Instrumenten, Chor und Solist*innen eine einzigartige Klangfarbe.



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Mozarts Ende kam viel zu früh. Am 5. Dezember 1791 starb er mit nur 35 Jahren - mitten in der Arbeit an seinem letzten Werk, dem Requiem. Es wurde sein eigenes. Klänge der Verzweiflung, so kraftvoll und stark, dass sie unmittelbar berühren.
BR Klassik

ORCHESTER

CHŒUR ET ORCHESTRE LES MUSICIENS DU LOUVRE

Mittlerweile gibt es sie seit über 40 Jahren: die Musiciens du Louvre, gegründet von Marc Minkowski und, wie der Name verrät, ursprünglich in Paris beheimatet. Binnen kurzem spielte sich das Ensemble in die vorderste Reihe historischer Aufführungspraxis. 1993 eröffnete man das neue Opernhaus in Lyon mit Lullys «Phaëton», dazu gab es einen Gramophone Award für die Einspielung eines Stradella-Oratoriums. In dieser Zeit erfolgte neben dem Umzug nach Grenoble, wo das Orchester bis heute ansässig ist, auch die Erweiterung des Repertoires in Richtung Frühbarock sowie ins 19. Jahrhundert, zu Schubert, Offenbach und sogar Wagner. Die «Musiciens du Louvre» waren das erste Barockensemble, das eine Einladung der Wiener Staatsoper erhielt, und sie machten auch ausserhalb Europas auf sich aufmerksam, etwa auf Tourneen nach Fernost.


DIRIGENT*IN

MARC MINKOWSKI

Mit gerade einmal 20 Jahren gründete Marc Minkowski sein eigenes Ensemble, die Musiciens du Louvre. Der ausgebildete Fagottist hatte bereits einige Erfahrung im Bereich Barockmusik sammeln können, bei Experten wie William Christie und Philippe Herreweghe etwa. Als Dirigent konzentrierte er sich anfangs auf Werke des französischen Barock, um sein Repertoire in den Folgejahren auf Mozart-Opern und Musik des 19. Jahrhunderts zu erweitern. Minkowski arbeitete an zahlreichen europäischen Opernhäusern, darunter in Paris, Brüssel, München, Zürich und Wien. Vier Jahre lang war er künstlerischer Leiter der Mozartwoche Salzburg und von 2016 bis 2021 Generalintendant der Opéra National de Bordeaux. Einen ganz persönlichen Traum erfüllte er sich 2011 mit der Gründung des Festivals Ré majeure auf der Atlantikinsel Île de Ré.


SOLIST*IN

LYDIA HOEN TJORE

Die norwegische Sopranistin Lydia Hoen Tjore zeigte schon früh ihr gesangliches Talent und wurde im Alter von dreizehn Jahren in das Nachwuchsprogramm der Grieg-Akademie in Bergen aufgenommen. Sie setzte ihre Ausbildung in Kopenhagen fort und gehörte zu den jüngsten Absolventinnen der Königlichen Opernakademie. Von 2018 bis 2020 war sie Teil des Programms «Junge Künstler» der Norwegischen Nationaloper. Lydia Hoen Tjore verfolgt nun eine internationale Karriere, die es ihr ermöglicht, sowohl auf Opernbühnen als auch im Konzertrepertoire aufzutreten. Sie wirkt insbesondere an zahlreichen Projekten mit den führenden skandinavischen Orchestern mit. Ihr Repertoire umfasst sowohl Mozart-Rollen als auch Werke des Barock und des 19. Jahrhunderts: In all diesen Bereichen besticht sie durch ihre Bühnenpräsenz und die Klarheit ihres Timbres.

SUN-LY PIERCE

Die chinesisch-amerikanische Mezzosopranistin Sun-Ly Pierce absolvierte ihre Ausbildung an der Eastman School of Music und anschliessend am Bard College Conservatory. Anschliessend vervollkommnete sie ihre Ausbildung am «Butler Studio» für junge Künstler an der Houston Grand Opera und zeichnete sich bei mehreren Wettbewerben aus, wobei sie insbesondere 2019 den ersten Preis des Marilyn-Horne-Wettbewerbs gewann. Sie blickt nun auf eine erfolgreiche Karriere an den grossen Opernbühnen zurück, die sie unter anderem an die Metropolitan Opera in New York, die LA Opera und die Semperoper Dresden führte. Sun-Ly Pierce widmet sich sowohl dem Barock- und Klassikrepertoire als auch zeitgenössischen Werken. Im September 2025 wirkte sie bei der Uraufführung der Oper «The Amazing Adventures of Kavalier & Clay» von Mason Bates mit. Sie tritt auch mit renommierten Orchestern im symphonischen Bereich auf.

LUNGA ERIC HALLAM

Der aus Kapstadt stammende südafrikanische Tenor Lunga Eric Hallam absolvierte seine Ausbildung zunächst in Südafrika, dann in den Vereinigten Staaten, wo er am renommierten Ryan Opera Center der Lyric Opera of Chicago studierte und sich sowohl dem klassischen als auch dem zeitgenössischen Repertoire widmete. Seine internationale Karriere führt ihn nun auf die grossen Opernbühnen, wo er sich mit einem breiten italienischen und germanischen Repertoire profiliert. Auch auf der Konzertbühne ist er sehr gefragt, wo er insbesondere mit Nathalie Stutzmann zusammenarbeitet. Als vielseitiger Künstler bietet er zudem Liederabende an, in denen er Lieder, Melodien und traditionelle afrikanische Gesänge miteinander verbindet und so eine Brücke zwischen den Kulturen schlägt. Er hat sich zudem durch sein bürgerschaftliches Engagement hervorgetan, indem er die Organisation «Phenomenal Opera Voices» gründete, um die Oper in seiner Heimatgemeinde zu fördern.

ALEX ROSEN

Der an der Juilliard School in New York ausgebildete amerikanische Bass Alex Rosen gab sein internationales Debüt mit dem Ensemble Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie. Diese Begegnung markierte den Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit den größten Barockensembles. Als Spezialist für das Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts tritt Alex Rosen regelmässig in Konzerten mit Ensembles wie Pygmalion, Il Pomo d’Oro und dem Jupiter Ensemble auf, mit denen er Meisterwerke des Oratorienrepertoires interpretiert. In der Oper widmet er sich sowohl grossen Barockrollen als auch zeitgenössischen Werken. Als Liebhaber des Liedes gibt der Sänger Liederabende mit dem polnischen Pianisten Michał Biel, mit dem er sich 2018 beim Hugo-Wolf-Wettbewerb hervorgetan hat.


PROGRAMM

WOLFGANG AMADEUS MOZART: REQUIEM D-MOLL KV 626

Kaum eine Musik der Wiener Klassik ist derart überfrachtet mit Legenden und Mutmassungen wie Mozarts Requiem. Dass der Komponist über der Arbeit an dem Werk starb, sich also gleichsam seine eigene Totenmesse schrieb, wurde schon bald mythisch aufgeladen: Ahnte Mozart, dass dies sein letztes, unvollendetes Werk sein würde? Nun, zumindest am Anfang dürfte er mit dem Kompositionsauftrag, den ihm Boten des Grafen Walsegg überbracht hatten, Hoffnungen auf die Zukunft verbunden haben, spekulierte er doch auf das Amt des Wiener Domkapellmeisters. Zudem droht über all den Legenden die spektakuläre Qualität dieses Werks in den Hintergrund zu rücken. Mit dem Requiem gelang Mozart ein Brückenschlag von den Oratorien Händels zur Expressivität des 19. Jahrhunderts, in einer gleichzeitig hochdramatischen wie verinnerlichten musikalischen Sprache.


WILHELM FRIEDEMANN BACH: ADAGIO E FUGA (SINFONIA D-MOLL FK 65)


WOLFGANG AMADEUS MOZART: MOTETTE «AVE VERUM CORPUS» FÜR CHOR, STREICHER UND ORGEL KV 618

Umrahmt wird Mozarts Requiem von zwei Werken, die seine herausragende Stellung innerhalb der Musikgeschichte unterstreichen. Einmal die zweisätzige Streichersinfonie des ältesten Bach-Sohnes Wilhelm Friedemann, dessen hochexpressiver Stil Mozart als Vorbild für eigene Fugenkompositionen diente. Und dann das im Juni 1791 vermutlich für eine Fronleichnamsaufführung komponierte Ave verum corpus, das an die innigen Momente der Totenmesse anknüpft. Mit seinen Licht-Dunkel-Kontrasten und seiner fast schon romantisch anmutenden Harmonik blickt dieses kleine gehaltvolle Werk weit in die Zukunft.


Migros-Kulturprozent-Classics ist Teil des gesellschaftlichen Engagements der Migros-Gruppe: 
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